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Das Jubiläumsjahr begann mit einer vierteiligen Vortragsreihe zu historischen Themen rund um die Stiftung Eben-Ezer, die sich regen Zuspruchs erfreute. Ein "doppelter" Höhepunkt des Jubiläumsjahres fand mit dem Symposion am 10. Mai und dem großen Festakt zum 150-jährigen Bestehen der Stiftung Eben-Ezer am 11. Mai statt.
Begrüßt wurden sie vom Vorstand und von einigen Bewohnern der Stiftung. Zum ersten Mal wurde in diesem Rahmen der extra für das Jubiläumsjahr produzierte Film "Dankbarer Dienst an Gottes Geschöpfen" gezeigt. Der Film gibt einen Blick auf die Menschen und Arbeit in der Stiftung, zeigt Erfolge aber auch Herausforderungen: "Oft begegnen uns noch Unwissenheit, Ängste und Barrieren gegenüber Menschen mit Behinderungen. Weitere Arbeit ist nötig, um die Rechte von behinderten Menschen in der Gesellschaft zu sichern", erklärt da Pastor Adam im Gespräch mit dem bekannten Journalisten Manfred Breuckmann.
Den Festvortrag hielt der Diakonie-Präsident Johannes Stockmeier zum Thema "Fülle des Lebens – diakonische Antworten auf lebendige Verheißung" . Lemgo und Eben-Ezer gehörten prägend in seine Lebensgeschichte, so der Diakoniepräsident. In den sechziger Jahren ist er hier zur Schule gegangen. Mit seiner Tante Ursula Ohnsorg, die lange Jahre Musiklehrerin an der Topehlen-Schule war, ist er oft in Eben-Ezer gewesen und mit den Bewohnern in Berührung gekommen und "in das hineingewachsen, was heute ein Gesichtspunkt in dem großen Thema Inklusion ist."
Farbe und Leben brachten die Kinder der Eben-Ezer-Kitas aus Barntrup auf die Bühne, die ein besonderes Tanzstück eingeübt hatten. Auch die filmischen Einspieler mit Grußworten von Beschäftigten und Mitarbeitern waren teils nachdenklich, teils amüsant. – aber auf jeden Fall kurzweilig, hier drei Beispiele:
Inklusion - Arbeit für eine gemeinsame WeltAm 24. April gab der Vorstand der Stiftung Eben-Ezer im Rahmen eines Pressefrühstücks in der Kunstwerkstatt im Haus der Vielfalt Auskunft über den aktuellen Jahresbericht, der seit kurzem vorliegt. Zahlreiche Vertreter der regionalen Medien wie Lippische Landeszeitung, Unsere Kirche, epd, Lippe aktuell, Lippe news und WDR waren der Einladung gefolgt und folgten interessiert den Ausführungen der beiden Vorstandsvertreter. Das Jahr 2011 stand für Bewohner und Mitarbeiter der Stiftung Eben-Ezer unter der Überschrift Inklusion - Arbeit für eine gemeinsame Welt. Die Verknüpfung der Stiftung und ihrer Bereiche mit der Gesellschaft in Lippe, die kulturelle und soziale Einbeziehung der von der Stiftung betreuten Menschen in die bürgerliche Gemeinschaft vor Ort sind Themen, die Pastor Hermann Adam und Udo Zippel auf den Nägeln brennen, was in dem Bericht sehr stark zum Ausdruck kommt. "Inklusion ist in aller Munde. Wir reden nicht nur darüber, wir arbeiten handfest an ihrer Verwirklichung", stellte der Kaufmännische Vorstand Udo Zippel gleich zu Beginn des Pressegesprächs ganz unmissverständlich klar.
"’Diakonie für ein Leben in Vielfalt’ ist unser neuer Leitsatz. Unsere Dienste schließen neue Zielgruppen mit ein", rückte der Theologische Vorstand Pastor Hermann Adam die Verdichtung des Verknüpfungsnetzes der Stiftung in den Blickpunkt, die beispielsweise in dem Aufbau eines Angebotes für Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen zum Ausdruck kommt.
Das evangelische Familienzentrum "Schötmar" in der Trägerschaft der Stiftung Eben-Ezer soll zu einem "inklusiven Familienzentrum" ausgebaut werden. Bisher gehört zu den Angeboten des Familienzentrums beispielsweise eine kontinuierliche Lese- und Sprachförderung durch gezielte Sprachangebote für Kinder. Auch bietet es Elternsprechnachmittage, Elternabende, Eltern-Kind-Nachmittage sowie therapeutische Angebote, Erziehungsberatung und Elternbildung an. Das Modellprojekt "inklusives Familienzentrum" sieht nun viele weiter führende Fördermöglichkeiten für alle Kinder vor, die zusätzlich zu den Bildungs-, Betreuungs- und Beratungsangeboten der Kita auch medizinische, psychologische, therapeutische und pädagogische Angebote und Hilfen enthalten. Und zwar für jedes Kind - ob behindert oder nicht, sozial benachteiligt oder nicht, mit Migrationshintergrund oder ohne - maßgeschneidert je nach Bedarf. Die Stiftung hat bereits einen Fachdienst mit einer Sozialpädagogin, einer Kinder- und Jugendpsychotherapeutin und einer Motopädin eingerichtet. "Inklusionsorientierte Kompetenzen werden bedarfsgerecht eingebunden und weiter entwickelt, dadurch schaffen wir die Voraussetzungen für die bestmögliche Entwicklungsförderung eines jeden Kindes", so Sabine Menzel, Bereichsleitung Kindertageseinrichtungen in der Stiftung Eben-Ezer.
Das Leben wächst mit seinen Schatten - aber nur bei Licht besehen
Rund zwei Stunden hielt der ostwestfälische Kabarettist Harald Meves sein Publikum am 24. Februar im Café Vielfalt in Atem. Ein Kalauer folgte dem nächsten – meist in sauberer ostwestfälischer Mundart vorgetragen.
Der hauptberufliche Pädagoge ist auf dem besten Wege zur Professionalität. Seine Übergänge sind perfekt, die Pointen sitzen und auch die Besonderheiten des Lippers – und insbesondere der Lemgoer Gastgeber- nahm er ebenso genüsslich wie liebevoll aufs Korn wie die seiner ostwestfälischen Brüder und Schwestern. Die kürzeste Unterhaltung zweier Nachbarn, die sich am Gartenzaun in Lemgo treffen, will er wie folgt belauscht haben. Fragt der eine: "Und?". Antwortet der andere: "Muss." Der Ostwestfale ist dem Lipper da sehr nahe, sind doch beide Charaktere bekannt dafür, mit Sprache und auch Emotionen eher sparsam umzugehen. "Kannste nix von sagen" ist damit auch das allergrößte Lob, mit dem ein Ostwestfale seine Überwältigung angesichts eines besonderen Erlebnisses, Essens oder Erfolges zum Ausdruck bringt.
Was der Ostwestfale so "sacht” oder "nich sacht”, was so auf einer ostwestfälischen Sitzparty passiert, was man "sacht, wenn das Essen nich schmeckt” oder was die Welt insgesamt vom Ostwestfalen lernen kann - das alles und noch viel mehr bringt der Vlothoer Kabarettist Harald Meves in seinem rund zwei Stunden dauernden Abendprogramm zur Sprache. Harald Meves tritt am 24. Februar um 19:00 Uhr im Café Vielfalt, Mittelstraße 6, in Lemgo auf. "Kannste nix von sagen" lautet das Thema des Abends. Kleiner Tipp: Man sollte vorher schon mal seine Lachmuskeln trainieren, denn die werden sicherlich verstärkt gefordert sein. Der Eintritt kostet 18 Euro, darin ist ein rustikaler Imbiss in der Pause enthalten. Karten gibt es im Café Vielfalt, Tel. 05261-215-4301 (Vorverkauf und Abendkasse).