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Organisatorischer Rahmen

Die Topehlen-Schule verfügt über 120 Schulplätze. Auch externe Schüler können aufgenommen werden.

Die Topehlen-Schule ist eine Förderschule mit Förderschwerpunkt "Geistige Entwicklung" und als Halbtagsschule anerkannt. Durch die enge Kooperation mit den Wohnbereichen der Schüler ist gewährleistet, dass spezifische pädagogische Angebote einer Ganztagsschule, besonders Freizeit- und
Arbeitserziehung, am Nachmittag wahrgenommen werden. Schulzeit ist von 8.15 Uhr bis 12.50 Uhr.

Nach dem Schulgesetz sind in NRW alle Kinder ab dem sechsten Lebensjahr, in Ausnahmefällen auch schon früher, schulpflichtig. Das gilt in gleicher Weise für Kinder mit Behinderungen, unabhängig von ihrem Entwicklungsstand und von Art und Schwere ihrer Behinderungen. Die Aufnahme geistig behinderter und schwerstbehinderter Kinder und Jugendlicher in die Schule ist durch die Verordnung über die Feststellung des sonderpädagogischen Förderbedarfs und die Entscheidung über den schulischen Förderort (AO-SF) geregelt. In der Topehlen-Schule wird nach den Richtlinien der Förderschulen mit dem Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung und den Richtlinien für Schwerstbehinderte entsprechend den individuellen Bedürfnissen der Schüler unterrichtet.

Das Schulgebäude

Topehlen-SchuleSeit der Einweihung der neuen Topehlen-Schule im Herbst 2006 ist es möglich, in einem Gebäude zu unterrichten, das in seiner konzeptionellen Ausgestaltung den Bedürfnissen und Anforderungen der Schüler in besonderer Weise entspricht.

Dieses Konzept erlaubt insgesamt mehr Individualität. Individualität und Bewegungsfreiheit in überschaubaren Einheiten fördern Sicherheit, Selbstvertrauen und damit Lernfortschritte.

Das gilt für Kinder und Jugendliche mit autistischen Störungen ebenso wie für diejenigen, die schwere körperliche und geistige Behinderungen zu bewältigen haben.

  • Den autistischen, geistig behinderten Schülern vermittelt diese Anordnung Sicherheit und Überschaubarkeit angesichts einer ihnen chaotisch und überkomplex erscheinenden Umwelt. Diese Sicherheit und Überschaubarkeit dienen der emotionalen Stabilisierung, der Vertrauensbildung und dem damit verbundenen Sich-Einlassen auf den Willen einer anderen Person (Verlassen der autistischen Grundhaltung).
  • Der geistig und körperlich schwerbehinderte Schüler profitiert ebenfalls von der Anordnung der Räume.

Die Wege sind kurz, die körperliche Pflege ist erleichtert, sie kann parallel zum laufenden Unterricht erfolgen.

Behindertengerechte Zugänge, Fahrstühle und Sanitäreinrichtungen helfen, die Wege möglichst
ohne unnötige Barrieren zu meistern und unterstützen die Lehrer bei ihrer auch körperlich schweren Arbeit.

Schulprogramm

Junger LehrerDas Schulprogramm der Topehlen-Schule beschreibt die Organisations-, Personal- und Unterrichtssituation und deren zukünftige Entwicklung. Unter dem übergreifenden Dach des Leitbildes "Leben in Vielfalt" haben die Mitarbeiter der Schule Leitsätze entwickelt und weiter ausgeführt, nach denen sie ihre Arbeit in der Schule und im Rahmen der Gesamteinrichtung qualifiziert gestalten wollen.

  • Wir arbeiten schülerorientiert
  • Wir entwickeln Konzepte für die Förderung von Schülern mit emotionalen und sozialen Störungen
  • Wir fördern Schüler mit autistischen Störungen nach speziell für ihre Bedarfe entwickelten Konzepten
  • Wir arbeiten nach den Prinzipien Unterstützter Kommunikation (UK)
  • Wir schreiben unser eigenes musisches Schulkonzept fort.
  • Wir beziehen die neuen Kommunikationstechnologien in die Unterrichtsgestaltung ein.
  • Wir fördern die Zusammenarbeit mit den anderen Lebensbereichen der Stiftung Eben-Ezer.
  • Wir bilden uns und andere kontinuierlich fort.
  • Wir öffnen uns nach außen.
  • Wir pflegen ein gutes zwischenmenschliches Klima.

Die unterichtliche Arbeit als zentraler Angelpunkt eines Schulprogramms orientiert sich an lerntheoretisch
ausgerichteten Entwicklungsmodellen, die als systematische und offene Theorien den sich entwickelnden Menschen beschreiben. Anhand dieser Beschreibungen werden Förderpläne entwickelt, die den einzelnen Schüler mit seinen spezifischen Lebens- und Entwicklungsformen erfassen und den Anstoß für weitere Entwicklungen geben.

Schülerschaft

Zwei SchDie Schülerschaft ist heterogen zusammen gesetzt. Verschiedene Bilder geistiger Behinderung und deren Mischungen prägen derzeit die Arbeit in der Topehlen-Schule: schwere geistige und körperliche Behinderung, Autismus und psychisch-neurotische Beeinträchtigung. Verstärkt kommen Anfragen und Aufnahmen von Schülern mit erheblichen emotionalen und sozialen Förderbedarfen auch aus Förderschulen mit anderen Förderschwerpunkten.

Die Altersstruktur der Schülerschaft entspricht der des Wohnverbundes für Kinder und Jugendliche, auch wenn externe Schüler und diejenigen, die in anderen Bereichen wohnen, berücksichtigt werden, liegt also zwischen 6 und 25 Jahren.

Lehrerschaft

Mehr als 20 Lehrerinnen und Lehrer unterrichten an der Topehlen-Schule. Sonderschullehrer, Fachlehrer und pädagogische Unterrichtshilfen, von denen einzelne Erfahrungen aus einer Tätigkeit im Wohnverbund für Kinder und Jugendliche mitbringen, ergänzen sich zu einem erfahrenen pädagogischen Team.

Zusammenarbeit mit Eltern und Betreuern

Der Schwerpunkt der Zusammenarbeit mit den Eltern und Betreuern liegt beim Wohnverbund für Kinder und Jugendliche. Allerdings bilden die Kontakte zwischen Lehrerschaft und Eltern bzw. Betreuern auch eine wichtige Grundlage für die pädagogische Arbeit der Schule. Zweimal jährlich werden Sprech- und Begegnungstage für alle Eltern und Betreuer gemeinsam mit dem Wohnverbund für Kinder und Jugendliche gestaltet.

Zudem tagt zweimal jährlich die Schulkonferenz, in der gewählte Vertreter der Eltern, der Mitarbeiterschaft der Wohngruppen und des Kollegiums gemeinsam mit der Schulleitung vertreten sind. Sie dient der gegenseitigen Information und Beratung, im Wesentlichen zu Fragen, die sich aus der Schulorganisation und der Zusammenarbeit ergeben.

Die neue Topehlen-Schule wird eingeweiht

Am 15. September 2006 wurde die neue Topehlen-Schule an Schüler und Lehrer feierlich übergeben. Zur Feierstunde kamen rund dreihundert geladene Gäste aus Politik, Diakonie, Kirche, Wirtschaft und Gesellschaft nach Eben-Ezer. Außerdem waren Bewohner, Mitarbeiter und natürlich die Lehrer und Schüler der Topehlen-Schule bei der Feier dabei.

Stiftung Eben-Ezer, Diakonie für ein Leben in Vielfalt, Lemgo