Sie sind hier: Stiftung Eben-Ezer > Werkstatt

Aktuelles




Weiter: << [ 1 ] / 2 / 3 / 4 / 5 / 6 / 7 / 8 / 9 / 10 / >>

UN-konventionell: Ein inklusives Bildungscamp 31.07.2014

Inklusion: Menschen mit und ohne Behinderung leben und arbeiten gleichberechtigt miteinander. Eine Gesellschaft, in der das möglich und hoffentlich irgendwann selbstverständlich ist, fordert die UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen.
Und wie kann diese Forderung konkret umgesetzt werden? Markus Toepffer, Leiter der WfbM (Werkstatt für behinderte Menschen) der Stiftung Eben-Ezer, und Bruno Rischmüller-Affeldt, Fachkraft für Übergangsförderung in der WfbM hatten dazu eine Idee: Ein inklusives Bildungskamp. Menschen mit und ohne Behinderung bauen etwas zusammen. Was, das ist noch offen. "Junge Menschen mit Handicaps, die (noch) nicht in der Gesellschaft angekommen sind, erlernen bei der Arbeit grundlegende handwerkliche Tätigkeiten", erläutert Markus Toepffer. "Im Rahmen eines Bildungscamps haben sie Gelegenheit, das Gelernte an andere weiterzugeben und dabei zu erleben: Wir schaffen etwas gemeinsam! Das ist eine tolle Sache!"
So ein UN-konventionelles Projekt braucht Menschen, die sich dafür einsetzen. Die Aktion Mensch hat bereits Fördermittel für die Planungsphase bewilligt und so kann Bruno Rischmüller-Affeldt das Projekt der Stiftung neben seiner WfbM-Arbeit zusätzlich übernehmen und leiten. Er erhofft sich, "viele unterschiedliche Menschen, die sich sonst nicht treffen würden, durch gemeinsame Arbeit zusammenzubringen": Firmen, Experten, Schülerinnen und Schüler, Kindergartenkinder – Menschen, die gerne mit den Händen arbeiten und Lust haben auf ein neues und ungewöhnliches Abenteuer. Was am Ende daraus wird, ist noch offen. Ein Haus? Vielleicht. Oder etwas ganz anderes. Sicher ist, dass sich aus der Begegnung und dem gemeinsamen Arbeiten neue Bekanntschaften und Netzwerke ergeben werden, die, so Rischmüller-Affeldt, "allen Beteiligten mit und ohne Behinderung neue Ideen und Perspektiven eröffnen, auch über das Projekt hinaus". Darüber sind sich alle Beteiligten jetzt schon einig: Inklusion erlebt man am besten, wenn man etwas gemeinsam tut. Beim Arbeiten und Lernen auf Augenhöhe.

65 Absolventen des Berufskollegs Eben-Ezer erhielten Examensurkunde 09.07.2014

Eine Woche nach der Verabschiedung der Abiturienten am Beruflichen Gymnasium der Stiftung wurden am 4. Juli die Studierenden des Berufskollegs entlassen. Die stattliche Zahl von 65 Frauen und Männern haben sich in den vergangenen zwei bis drei Jahren für den Beruf des Heilerziehungshelfers bzw. Heilerziehungspflegers qualifiziert. "Herzlichen Dank, dass Ihr Euch für diese Ausbildung entschieden habt und vielen Dank auch dafür, dass Ihr Euch immer so rührend um Eure Lehrer gekümmert habt", brachte es der Klassenlehrer im Bildungsgang Heilerziehungshilfe Karl Heinz Elbracht in einem launigen Wortbeitrag auf dem Punkt. Auch die beiden anderen Klassenlehrer Dr. Martin Humburg und Christina Sievert richteten sich mit kurzen und teils ernsten, teils lustigen Worten an ihre Schüler. Schulleiter Klaus Rudolf Berger war besonders stolz auf die große Zahl der Absolventen, die zeigt, wie attraktiv die Angebote des Berufskollegs sind. 20 Heilerziehungshelfer und 45 Heilerziehungspfleger, die auf zwei Klassen verteilt waren, sehen nun einer sehr vielversprechenden beruflichen Zukunft entgegen.
Die Ausbildung zum Heilerziehungshelfer schlossen ab: Erika Adler, Can Akcay, Anna-Maria Bonasia, Nicole Brakemeier, Charleen Bussmann, Steven-Chris Dümmler, Laura Fölkel, Larissa Führing, Jonatan Göldner, Sandra Kaulbars, Swetlana Kran, Nils Lüken, Charlaine-A. Märker, Marcella Niedling, Susanne Nolting, Miriam Schröder, Bernd Siemens, Marion Strate, Timo Trester, Nicole Zilling
Den Beruf Heilerziehungspfleger wählten: Lisa-Jasmin Albert, Olga-Leonie Biryulkova, Benjamin Christoph, Adelheid Endrullis, Jasmin Grande, Michelle Grunert, Annika Heitland, Mareen Herclik, Kerstin Huck, Madeleine Humpert, Jasmin Husemann, Steffen Kropmeier, Volker May, Saskia Meier, Jana Mühlmeier, Kai-Michael Müller, Simon Noparlik, Angela Reiband, Vanessa Schachteli, Lisa Schindowski, Juliane Schnipper, Sezgin Ankara, Britt Bierhenke, Loreen Büttner, Francesco Caliandro, Tim Dauskardt, Natalie Dücke, Dania Marie Elsner, Elke Fischer, Manuel Forthmann, Lucas Gödecke, Michelle Heer, Christina Herold, Anne Hillnhütter, Lena-Marie Kühne, Marlen Kunz, Carsten Lenger, Sarah McGregor, Carolyn Müller, Sabine Olfert, Sarah Lisa Rieß, Andre Romberg, Lucas-Merlin Schnitger, Marcel Wagner, Berrin Yilmaz

Erstmalig Abiturienten im Beruflichen Gymnasium
Eben-Ezer verabschiedet 01.07.2014

Zum ersten Mal wurden im Mai dieses Jahres die Abiturprüfungen abgenommen. 26 junge Menschen konnten vor kurzem stolz ihr Reifezeugnis aus der Hand von Klaus Rudolf Berger entgegen nehmen. Vor drei Jahren wurde dem Berufskolleg der Stiftung das Berufliche Gymnasium angegliedert, an dem die Studierenden eine Doppelqualifizierung zur "Allgemeinen Hochschulreife und staatlich anerkanntem Erzieher" erlangen können. Berger, der beide Einrichtungen leitet, ist froh, das dieses "Experiment", wie er die Schulneugründung nannte, geglückt ist - und nicht nur das: Es ist besonders gut geglückt.
"Wir haben das erste Abitur mit einem Durchschnittsergebnis von 2,5 erreicht. Damit sind wir genau auf dem Landesdurchschnitt von NRW angekommen. Die besten vier Absolventen haben eine eins vor dem Komma", verkündete er bei der feierlichen Verabschiedung der Abiturienten am 27. Juni in der Aula des Berufskollegs. Nach einem Anerkennungsjahr, das die jungen Frauen und Männer in einer sozialen Einrichtung absolvieren, sind sie fertige Erzieher, die direkt in den Job gehen aber auch ein Studium beginnen können. Das können sie natürlich auch schon jetzt nach dem Abitur.
"Ich danke den Schülerinnen und Schülern für alles beharrliche Fragen und Nachfragen an uns im Kollegium. Eure Fragen sind es, die uns als Lehrende weitertragen und uns aus vermeintlich stupidem Wissen wachrütteln und selbst immer wieder zu Fragenden an unsere Lehrgegenstände machen", so Berger in seiner Rede, die er an dem Thema "Es sind die Fragen, die uns weiter tragen" fest gemacht hatte.
Die Verabschiedung, zu der auch viele Angehörige gekommen waren, war abwechslungsreich, fröhlich und nachdenklich zugleich. Einerseits wartet eine erfolgversprechende Zukunft auf die jungen Menschen, andererseits werden sie die Schulzeit vermissen, in der sie sich – wie in verschiedenen Beträgen wiederholt geäußert – sehr wohl und gut aufgehoben gefühlt haben. Und auch den Lehrern war es wehmütig zu Mute: "Ihr seid mir an´s Herz gewachsen", gab Jahrgangsstufenleiter Kai Züchner in seiner Ansprache zu. Viktoria Giesbrecht bekam als Jahrgangsbeste mit einem Durchschnitt von 1,6 ein Präsent vom Theologischen Vorstand der Stiftung, Pastor Dr. Bartolt Haase, überreicht. Schulsprecher Viktor Reimer bekam für sein besonderes soziales Engagement ein Präsent, das Marianne Ulbrich vom Förderverein der Stiftung übergab.
Folgende Schülerinnen und Schüler erhielten ihr Reifezeugnis:
Mirco Czarnecki, Annika Heil, Konstantin Heistermann, Natascha Liaros, Rebecca Lohse, Jana Noetzel, Delia Schulz, Dean Schwarting, Tabea Togno, Sercan Tuncel, Jannett Unruh, Lea Wiebesiek, Daniel Zielke, Kim Lea Ahlemeyer, Anna Dück, Viktoria Giesbrecht, Annika Hauck, Lena Janning, Maja Klöpping, Cora Kröger, Christian Laué, Lea Lehmann, Miriam Lück, Lukas Nawrot, Sandra Reimer, Viktor Reimer.

Vorstellung des Jahresberichtes 2013 25.06.2014

Am Mittwoch, den 25. Juni um 11:00 Uhr, stellte der Vorstand der Stiftung Eben-Ezer in der Kunstwerkstatt im Haus der Vielfalt, Mittelstraße 6, in Lemgo bei einem Pressefrühstück den Jahresbericht für das Jahr 2013 vor.
Zentrale Themen, die Dr. Bartolt Haase und Udo Zippel in ihrem Bericht aufgriffen, waren Bildungsangebote und -maßnahmen in den verschiedenen Bereichen der Stiftung, Dezentralisierung und Regionalisierung der Wohnangebote, Strategieentwicklung Eben-Ezer 2020 und die wirtschaftliche Lage der Stiftung.
1. Bildung in den verschiedenen Bereichen
Ostschule: Zum Schuljahr 2014/2015 wird die Stiftung ihre Grundschule mit inklusivem Unterrichtsangebot eröffnen. 26 Kinder wurden angemeldet, sechs davon mit Förderbedarf. "Wir sind froh über den Vertrauensvorschuss, den wir hier von den Eltern und Angehörigen bekommen", sagte der Theologische Vorstand Dr. Haase.
Kinder und Jugendhilfe: Die Zahl von Kindern und Jugendlichen mit Verhaltensauffälligkeiten hat in den letzten Jahren signifikant zugenommen. Die enge Verbindung des Wohnverbundes für Kinder und Jugendliche zur Förderschule auf dem Gelände ermöglicht eine gute Begleitung dieser Kinder. Die Stiftung plant eine Spezialisierung in dem Bereich der heilpädagogischen Intensivbetreuung ohne die Schul- und Wohngruppenplätze absolut zu erhöhen.
Übergang von Schule und Beruf: Das Projekt UN-konventionell, das von der WfbM entwickelt wurde, soll den Übergang für Jugendliche erleichtern und stellt somit einen indirekten Bildungsauftrag dar. Menschen mit und ohne Behinderung können beispielsweise in einem inklusiven Bildungscamp ein Fachwerkhaus zusammen bauen. "Wir erwarten viel von diesem Projekt, das allerdings erst im nächsten Jahr richtig in Gang kommen wird", so der Kaufmännische Vorstand Udo Zippel.
Eröffnung des inklusiven Familienzentrums Schötmar: Mit diesem Gebäude sind Voraussetzungen geschaffen, die Kinder- und Jugendlichenarbeit neu auszurichten und erfolgreich Bausteine für eine inklusive Gesellschaft zu erbarbeiten.
Das Berufliche Gymnasium des Berufskollegs: Im Mai diesen Jahres wurden erstmalig die Abiturprüfungen abgenommen. Von 29 Studierenden haben 26 bestanden. "Diese Phase war besonders spannend, auch für die Lehrer. Umso mehr freuen wir uns über den guten Notendurchschnitt, der erreicht wurde", so Udo Zippel.
2. Dezentralisierung
In den kommenden Jahren wird die Stiftung die bestehenden Wohnangebote weiter dezentralisieren und in der Region etablieren, wobei die Grenze zischen ambulantem und stationärem Wohnen immer durchlässiger wird. Begonnen wird mit dem Bau eines Wohnheimes für 24 Menschen im Lemgoer Ortsteil Brake für Menschen mit mittlerem bis höherem Unterstützungsbedarf. Die 24 Plätze werden von dem Gelände Neu Eben-Ezer verlagert.
3. Strategie 2020
Anfang 2013 wurde ein Strategieentwicklungsprozess angestoßen. In moderierten Workshops brachten rund 500 Personen (Mitarbeiter, Bewohner/Beschäftigte, Angehörige) ihre Ideen und Vorschläge zur Entwicklung Eben-Ezers in den kommenden Jahren ein. In den Kategorien Werte und Diakonischer Auftrag; Menschen, die unsere Angebote nutzen; Mitarbeitende; Finanzen und Verfahren wurden Ziele definiert, die in einem strukturierten Prozess erarbeitet werden sollen. Start für die Einführung der Struktur ist Herbst 2014. "Ein umfangreicher Katalog an Maßnahmen ist erarbeitet worden. Diese Vielfalt möchten wir als Stärke nutzen und uns auf die Herausforderungen der Zukunft vorbereiten", erklärte Dr. Haase.
4. Wirtschaftliche Situation
Die wirtschaftliche Situation der Stiftung hat sich im Jahr 2013 positiver als im Vorjahr dargestellt. Nachdem das Betriebsergebnis 2012 noch negativ war, konnte 2013 ein mit rund 540.000 Euro positives Betriebsergebnis erzielt werden. Unter Hinzuziehung der Erträge aus Finanzanlagen, Spenden und anderen Erträgen ergibt sich für den Jahresabschluss 2013 ein positives Gesamtergebnis von 1,4 Millionen Euro. Das erwirtschaftete Geld kommt unmittelbar dem Stiftungszweck zugute.

Zeitgenössische Kunst in Eben-Ezer 23.06.2014

Kunst schafft Begegnungen, Inspiration und Austausch. Die Stiftung hat dafür einen neuen Anziehungspunkt. Neun großformatige Skulpturen sind vom nördlichen Ende des Geländes Neu Eben-Ezer bis zur Mitte am Kirchlichen Zentrum und der Topehlen-Schule anzuschauen und auch anzufassen. Die Bewohner Eben-Ezers nutzen diese Möglichkeit sichtlich gern. Die Skulptur "Tower of Man" vor dem Eingang zur Werkstatt sieht aus, als wäre sie aus Holz. Das ist nicht der Fall. Mit 75 cm Höhe ist der "Tower of Man" des israelischen Künstlers Ilan Averbuch die kleinste Skulptur. "The Last Guard", ebenfalls von Ilan Averbuch, misst über 2 Meter in der Höhe. Das dritte Kunstwerk von Ilan Averbuch stand vor fünf Jahren schon einmal als Leihgabe des Kunstsammlers Dr. h.c.Lutz Teutloff an der gleichen Stelle. Nun ist die bronzene Handskulptur "Sky is my mirror" zurückgekommen, um zu bleiben. Zusammen mit den acht weiteren eindrucksvollen Werken aus der Teutloff- Kollektion. Der Bielefelder Kunstsammler hat der Stiftung die Sammlung geschenkt und begründete die Schenkung bei der Eröffnung des Teutloff-Skulpturenparks am 13. September :" Ich kann mir keinen besseren Ort als diesen vorstellen. Eben-Ezer und die Skulpturen gehören zusammen. Wenn ich einmal gehe, kann ich sie nicht mitnehmen, hier werden sie von mehr Menschen gesehen als in meinem Garten in Bielefeld. Sie sollen möglichst vielen Menschen Freude machen. Dazu sind sie da, ebenso wie zum Anfassen und Spielen. "
Ein kleiner Vernissage-Besucher hatte die einladende Hand zu genau diesem Zweck unter die Füße und in ihr Platz genommen. Der Theologische Vorstand Pastor Dr. Bartolt Haase dankte Herrn Teutloff und seiner Frau Hannelore für die großzügige Schenkung und erinnerte an die Entstehungsgeschichte in der Dienstzeit seiner Vorgängers Pastor Hermann Adam. Ein Nachbar des Kunstsammlers hatte Beziehungen zu Eben-Ezer und stellte den Kontakt her. Seitdem war man in regelmäßigem Austausch. Im vergangenen Jahr hatte Teutloff der Stiftung eine Gemäldesammlung vermacht und die Idee, seinem Skulpturenpark in Lemgo auf dem Stiftungsgelände eine neue Heimat zu geben, reifte heran. "Das ging ganz leicht", betonte Lutz Teutloff: "Die Standorte waren schnell gefunden, das Gelände ist ideal geeignet." Bis die mehrere Tonnen schweren Skulpturen dann an ihrem Platz aufgestellt werden konnten, waren einiger logistischer Aufwand und ein Schwertransporter nötig. Auch Fundamente und Sicherungen mussten angefertigt werden. Den Diebstahlschutz tragen die Skulpturen aufgrund ihres Gewichts selbst in sich.
Auf der Wiese hinter der Verwaltung stehen Michael Croissants "Figur" aus Cortenstahl und Reinhard Buxels "Kleines Haus" aus Stein. Enrique Asensi erzeugt mit Kombinationen von Granit und Eisen sowie Dolomitstein und Stahl reizvolle Effekte und Kontraste. Die Skulpturen sind zwischen 1986 und 2002 entstanden. Ilan Averbuchs Werke sind die gegenständlichsten. Die Kunstwerke laden ein, die Phantasie spielen zu lassen. Erklärungen sind nicht mit ihnen verbunden. Sie wirken durch den Wechsel von Licht und Jahreszeiten lebendig . Zu den Skulpturen hat die Stiftung ein Kartenset herausgebracht. Besucher erhalten einen Rundgangsplan an der Pforte der Stiftung. Der Eintritt ist frei. Das Postkartenset mit Künstlerfotos, die die Lichtwirkungen auf den Skulpturen sehr ansprechend zur Geltung bringen, kostet 5 Euro und ist ebenfalls an der Pforte erhältlich. Wenn eine Führung gewünscht wird, bitten wir um eine Anfrage per Mail oder Telefon: info@eben-ezer.de ; Telefon 05261 215 259.

LiveDabei 2014 21.06.2014


Gelungener Mittelaltermarkt 27.05.2014

"Das ist mal wirklich etwas Anderes", sagten viele Besucherinnen und Besucher anerkennend und begeistert nach einem Rundgang über den weit angelegten Markt mit vielen Facetten mittelalterlichen und noch früheren Lebens. "Von 50 vor Christus bis 400 nach Christus hat diese Legion gewirkt", erklärte der Legionär im Kettenhemd. "Wir waren aber nie in Germanien, sondern immer in Afrika stationiert", beantwortete er die Frage, ob sie denn die Varusschlacht um 9 vor Christus mitgemacht hätten. Viele Zelte und Stände gaben Einblick in das Leben vor 500 bis 600 Jahren.

Mit Laute und Drehleier war Henninig Diekmann als Hennning der Barde auf dem gesamten Gelände unterwegs und besang die Schönheit der Frauen und den Trost, der im Wein liegt. Beschäftigte und Mitarbeitende der Werkstatt hatten sich der Truppe um Marktvogt Kai Rosin und den Marketendern des Heiden Spektakels aktiv angeschlossen und boten in drei Hütten Allerley aus Holz, selbst gewebtes Linnen und andere textile Wirkware an, zum Teil direkt an Ort und Stelle gesponnen. Die mittelalterlichen Kostüme wurden im Textilbereich der Werkstatt unter Anleitung von Susanne Panhorst genäht. Sie standen ihren Trägerinnen und Trägern hervorragend. Bei sommerlichem Wetter herrschte eine entspannte, entschleunigte Stimmung. An den Ständen wurde altes Handwerk wie Münzsägen und Rosshaarflechten, Gewandschneiderei und Schmiedekunst, Töpferware und Trommelbau vorgeführt. Es gab Unterricht in der Jagd- und Kampfkunst und auch Schaukämpfe zu sehen.

Für das leibliche Wohl hielten verschiedene Garküchen schmackhafte, zünftige Mittelalterkost und Getränke vor. Viele kamen mittelalterlich und phantasievoll verkleidet zum Markt und genossen das abwechslungsreiche Programm. Am Samstagabend spielten die Highland Drag Pipes and Drums in einem Zug über das Veranstaltungsgelände auf, bevor die Celtic Folk Band Tom Braker Syke die musikalische Führung übernahm. Mit einer spektakulären Feuershow endete der erste Markttag, der am Sonntag bei herrlichstem Sonnenschein fortgesetzt wurde. Den Auftakt bildete ein gut besuchter und lebhafter Gottesdienst mit Musik von Henning dem Barden und Silke Graulich. Die Predigt hielt Dörte Vollmer, die überdies vom Malteserritter Andrew unterstützt wurde.

Viele hundert Besucher genossen die beiden Markttage und honorierten die Initiative des Teams Alte Eben-Ezer, das mit der Premiere des Mittelaltermarktes für eine neue Facette des Stiftungsmottos Leben in Vielfalt gesorgt hatte, mit guter Laune und Freude über das gelungene Spektakel.

Dieses Wochenende: Mittelaltermarkt in Alt Eben-Ezer 20.05.2014

Lemgo. Am 24. Und 25. Mai findet auf dem Gelände von Alt Eben-Ezer zum ersten Mal ein Mittelaltermarkt mit der Gruppe Heiden-Spektakel statt. Die Truppe um Marktvogt Kai Rosin wird an diesem Wochenende ihr Lager rund um die Gebäude der Keimzelle der Stiftung Eben-Ezer aufschlagen und dort stilecht und authentisch campieren. Viele Händler bieten ihre Ware feil und zeigen altes Handwerk. Münzsägen und Rosshaarflechten, Gewandschneiderei und Schmiedekunst, Töpferware und Trommelbau werden im passenden Ambiente vorgeführt. In den Garküchen gibt es schmackhafte, zünftige Mittelalterkost und Getränke. Henning der Barde und weitere Musikanten sorgen für den musikalischen Rahmen. Am Samstagabend ab etwa 20 Uhr werden die Highland Drag Pipes and Drums nach einem Zug über das Veranstaltungsgelände an die bekannte Formation Tom Braker Syke übergeben, die ein keltisch-irisches Konzert zum besten geben wird – eine anschließende Feuershow wird das Programm abrunden und beenden. Am Sonntag beginnt die Veranstaltung um 10 Uhr mit einem historisch ausgerichteten Gottesdienst in der Kapelle Alt Eben-Ezer. Es folgt ein weiterer Tag quirligen Marktlebens, vielleicht können die Besucher sogar ein hastig einberufenes Marktgericht, einen Aufstand der Weiber gegen die faulen Männer oder eine öffentliche Zahnbehandlung miterleben. Gegen 17 Uhr werden dann die Skalden mit mittelalterlicher Musik aufspielen. Gegen 19 Uhr wird die Veranstaltung beendet. Am Samstag beginnt das Marktreiben um 13 Uhr und endet gegen 23 Uhr. Der Eintritt einen Goldrandtaler, respektive einen Euro pro Person, Kinder unter "Schwertmaß" sind frei, Kinder darüber zahlen einen halben Euro. Die Erlöse kommen der Stiftung Eben-Ezer zu Gute.
Parkplätze sind im Umfeld vorhanden (Gelände Kotzold, Bruno Kleine und ehemals Liebrecht). Außerdem können anreisende Besucher auch die Linie RB 72 bis Lemgo-Bahnhof nutzen. Der Veranstaltungsort ist mit 10 Minuten Fußweg leicht zu erreichen.


UN-konventionell: Ein inklusives Bildungscamp 13.05.2014

Inklusion: Menschen mit und ohne Behinderung leben und arbeiten gleichberechtigt miteinander. Eine Gesellschaft, in der das möglich und hoffentlich irgendwann selbstverständlich ist, fordert die UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen.
Und wie kann diese Forderung konkret umgesetzt werden? Markus Toepffer, Leiter der WfbM (Werkstatt für behinderte Menschen) der Stiftung Eben-Ezer, und Bruno Rischmüller-Affeldt, Fachkraft für Übergangsförderung in der WfbM hatten dazu eine Idee: Ein inklusives Bildungskamp. Menschen mit und ohne Behinderung bauen etwas zusammen. Was, das ist noch offen. "Junge Menschen mit Handicaps, die (noch) nicht in der Gesellschaft angekommen sind, erlernen bei der Arbeit grundlegende handwerkliche Tätigkeiten", erläutert Markus Toepffer. "Im Rahmen eines Bildungscamps haben sie Gelegenheit, das Gelernte an andere weiterzugeben und dabei zu erleben: Wir schaffen etwas gemeinsam! Das ist eine tolle Sache!"
So ein UN-konventionelles Projekt braucht Menschen, die sich dafür einsetzen. Die Aktion Mensch hat bereits Fördermittel für die Planungsphase bewilligt und so kann Bruno Rischmüller-Affeldt das Projekt der Stiftung neben seiner WfbM-Arbeit zusätzlich übernehmen und leiten. Er erhofft sich, "viele unterschiedliche Menschen, die sich sonst nicht treffen würden, durch gemeinsame Arbeit zusammenzubringen": Firmen, Experten, Schülerinnen und Schüler, Kindergartenkinder – Menschen, die gerne mit den Händen arbeiten und Lust haben auf ein neues und ungewöhnliches Abenteuer. Was am Ende daraus wird, ist noch offen. Ein Haus? Vielleicht. Oder etwas ganz anderes. Sicher ist, dass sich aus der Begegnung und dem gemeinsamen Arbeiten neue Bekanntschaften und Netzwerke ergeben werden, die, so Rischmüller-Affeldt, "allen Beteiligten mit und ohne Behinderung neue Ideen und Perspektiven eröffnen, auch über das Projekt hinaus". Darüber sind sich alle Beteiligten jetzt schon einig: Inklusion erlebt man am besten, wenn man etwas gemeinsam tut. Beim Arbeiten und Lernen auf Augenhöhe.

Anschwung für frühe Chancen… 06.05.2014

… ist ein bundesweites Serviceprogramm für den Aus- und Aufbau 600 lokaler Initiativen für frühkindliche Entwicklung.

Die Stiftung Eben-Ezer als Trägerin des inklusiven Familienzentrums Schötmar, die ev. ref. Kirchengemeinde Schötmar als Trägerin der Offenen Ganztagsschule und die benachbarte Grundschule Wasserfuhr nehmen an diesem Bundesprojekt teil.
Die Auftaktveranstaltung hierzu fand vor einiger Zeit in den Räumen der neuen Ev. Kindertageseinrichtung in der von Stietencron Straße statt. Über die hohe Zahl der gut 30 Teilnehmer freuten sich Sabine Menzel (Bereichsleitung Kindertageseinrichtungen der Stiftung Eben-Ezer), Heike Volmer (Leiterin des Ev. Familienzentrums), Andreas Gronemeier (Pfarrer der ev.-ref. Kirchengemeinde Schötmar), Heike Fechner–Reuter (Konrektorin der Grundschule Wasserfuhr) und Melanie Göb, die als Prozessbegleiterin diese Initiative, die bis März 2015 mit insgesamt neun Treffen läuft, begleiten wird. Die Teilnehmer kommen aus den Bereichen Jugendarbeit, Kitas, Kommune, Schulen und Kirchengemeinden sowie soziale Netzwerke.
Die gemeinsamen Ziele der Initiative "Anschwung – Für Frühe Chancen" in
Bad Salzuflen sind:
1. Weiterentwicklung der Netzwerkarbeit zur Förderung der inklusiven Bildungsprozesse zur Unterstützung der Kinder und Familien im Sozialraum
2. Stärkung der Resilienzfähigkeit/Widerstandsfähigkeit der Kinder
3. Entwicklung und Stärkung von Kompetenzen und Ressourcen in den Familien
4. Optimierung der interdisziplinären Zusammenarbeit
Die Mitglieder nahmen bereits kurz darauf die Arbeit auf. Schwerpunkte, die erarbeitet werden sollen, sind:
Welche Kooperationen gibt es bereits? Welche sind bei diesem Projekt sinnvoll?
Gibt es bereits Schwerpunktthemen und Netzwerke vor Ort? Und wie können wir diese in unser Projekt evtl. einbeziehen, miteinander kooperieren und/oder uns unterstützen? Die Teilnehmer dieser Initiative eint ihr hohes Engagement im Bestreben die gemeinsamen Ziele "Für frühe Chancen" umzusetzen und mit "Anschwung" die nächsten Themenbereiche anzugehen.

Weiter: << [ 1 ] / 2 / 3 / 4 / 5 / 6 / 7 / 8 / 9 / 10 / >>

Stiftung Eben-Ezer, Diakonie für ein Leben in Vielfalt, Lemgo