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Kunst fördert Kommunikation -
Grußwort zur Eröffnung der Ausstellung „Pelemele“

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich begrüße Sie ganz herzlich, auch im Namen des Landesverbandes Lippe, zur Eröffnung dieser Ausstellung und freue mich, dass so viele unserer Einladung zu dieser beeindruckenden Werkschau gefolgt sind.

Pelemele ist eine in vieler Hinsicht ungewöhnliche Ausstellung - ungewöhnlich nicht nur im Hinblick auf die Vielfältigkeit der hier gezeigten Werke, sondern ungewöhnlich schon im Zustandekommen. Denn meist sind es die Künstlerinnen und Künstler selbst, die mit der Bitte oder dem Vorschlag einer Ausstellung an unser Haus herantreten. In diesem Falle waren die Künstler selbst viel zu bescheiden, um das zu tun.

Wir wurden vielmehr durch Presseberichte darauf aufmerksam, dass sich etwas Neues im Kulturbetrieb der Stadt Lemgo tat - eine Kunstwerkstatt war gegründet worden. Schon ein erster Besuch, damals noch in den alten Räumen, zeigte, dass es sich um eine vielversprechende Initiative handelte. Gut ein Jahr später fand sich auch ein vorerst ständiges Domizil: die sogenannte „Alte Scheune“ in der Echternstraße. Unter der künstlerischen Leitung des Lemgoer Künstlers René Tahmassebi und der fachlichen Betreuung der beiden Kunsttherapeutinnen Heidi Menke und Susanne Meierkordt wird dort seit Mai 2000 in einem offenen Atelier gearbeitet. Ziel dieser Kunstwerkstatt ist es, Menschen mit anderen oder besonderen Bedürfnissen die Möglichkeit zu geben, durch gestalterische Prozesse sich einerseits mit dem eigenen Ich auseinanderzusetzen, aber auch, sich über Malen und Zeichnen anderen mitzuteilen und dadurch einen neuen Weg der sozialen Integration zu beschreiten.

Hier ist einmal mehr und sehr anschaulich das verdeutlicht, wofür unser Haus immer eingetreten ist: dass Kunst Kommunikation ist. Künstlerisches Arbeiten ist nicht nur das Versinken in einer eigenen Welt, um Identität zu finden oder zu stärken - das ist es auch - aber vor allem ein kommunikativer Prozess. Kunst fordert auf zum Austausch zwischen Kunstschaffenden und Betrachtenden. Als Betrachterin muß ich nicht derselben Meinung sein, ich kann auch meinen, daß ich persönlich ein Thema anders angegangen, gestaltet oder gemalt hätte. Ich kann fragen, warum etwas so und nicht anders gemacht worden ist, ich kann auch darüber streiten.

Aber immer setze ich mich mit den Werken auseinander und mit denjenigen, die sie geschaffen haben. Wenn das erreicht ist, dann ist damit auch ein großes und wichtiges Ziel der Kunstwerkstatt verwirklicht: die soziale Integration durch eine verstärkte Kommunikation. Kunst ist dafür ein gutes Mittel, und ich bin der Meinung, dass Sie auf Ihrem Wege schon ein ganzes Stück weitergekommen sind. Das Ergebnis kann sich schon jetzt sehen lassen. Die hier gezeigten Arbeiten, welche sämtlich unter der Leitung von Herrn Tahmassebi entstanden, konnten teilweise schon an anderen Orten gezeigt werden, und zwar auch über Lippe hinaus in Hannover und Bremen. In dieser Vielfalt wie hier in diesen Räumen sind sie aber bisher noch nicht präsentiert worden.

Für Sie, die Aktiven der Kunstwerkstatt, gehört die Präsentation der entstandenen Werke zu einem der Schwerpunkte Ihrer Arbeit. Sie haben diese Aufgabe, die sicher nicht immer ganz einfach zu bewerkstelligen ist, bisher sehr konsequent verfolgt, und es ist mir eine Freude, dass unser Haus dabei ein wenig behilflich sein konnte.

Ich danke Frau Menke und Frau Meierkordt, die sich sehr viel Arbeit gemacht haben, um alle Bilder buchstäblich in das rechte Licht zu rücken, und ich danke Herrn Tahmassebi für die künstlerische Betreuung. Meine Damen und Herren, ich möchte Sie nun einladen, sich mit Pelemele, dem bunten Gemisch - denn das bedeutet „Pelemele“ - mit den Werken, mit denjenigen, die sie geschaffen und denen, die sie begleitet haben, auseinanderzusetzen und wünsche der Austellung eine in jeder Beziehung lebhafte Kommunikation.

Dr. Sabine Klocke-Daffa, stv. Direktorin des Instituts für Lippische Landeskunde


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Pelemele
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