Über uns

Unsere Kita

Die Bildungsbereiche in unserer Kita

Kinder sind von Natur aus wissensdurstig und neugierig! Sie wollen immer wieder Neues erfahren, ihrem Forscherdrang nachgehen, neue Lieder und Instrumente kennenlernen, Konflikte zunehmend selbstständiger lösen lernen und vieles mehr. Durch die unterschiedlichen Bildungsbereiche in unserer Kita haben die Kinder die Möglichkeit, ihrem „Wissensdurst“ auf vielfältige Weise nachzukommen. Die folgende Übersicht gibt einen näheren Einblick.

Bildungsbereich Medienerziehung

Ein Leben ohne Medien ist kaum noch möglich. Neben Büchern, Zeitungen, Radio und Fernsehen sind in den letzten Jahren Computer, Internet und Handy zu selbstverständlichen Begleitern des Alltags geworden. Medien durchdringen heute alle Lebensbereiche, auch die von Kindern und Jugendlichen, und sind damit zu einer wesentlichen Instanz im sozialen Leben geworden.

Somit gehören die Förderung der Medienkompetenz und eine Sensibilisierung für einen verantwortungsbewussten Umgang mit den Medien seit einiger Zeit zu unseren pädagogischen Aufgaben.

Im Medienbereich unserer Einrichtung versuchen wir, die Kinder an die Medien heranzuführen. Ein großer Lesebereich mit Bücherecke und Zeitungs- und Prospektbereich lädt zum Entdecken, Schauen, Blättern und Zuhören ein. Bücher werden immer wieder gewechselt, um neue Impulse zu geben. Der Besuch in der Bücherei ist ein fester Bestandteil der Medienerziehung. Hiermit möchten wir das Interesse der Kinder an Büchern und den damit verbundenen Möglichkeiten wecken und zeigen, dass es nicht nur digitale Medien gibt.

Um den Umgang mit dem Computer und der dazugehörigen Maus zu unterstützen, dürfen immer zwei der 5-6 jährigen Kinder für 30 Minuten an unseren Lerncomputer, in dem spannende Spiele aus den Bereichen Logik, Musik, Konzentration, usw. auf sie warten.

Erst kürzlich konnten wir unseren Medienbereich durch die Anschaffung einer Digitalkamera erweitern. Diese soll ein festes Element in diesem Bereich werden.

Bildungsbereich Rollenspiel

„Das Spiel ist der Weg der Kinder zur Erkenntnis der Welt, in der sie leben“ (Maxim Gorki)

Rollenspiele haben eine große Bedeutung für die Entwicklung von Kindern. Sie tragen dazu bei, spielerisch Sprache und verschiedene Fähigkeiten zu schulen. Spielen im Sinne des Als-ob-Spiels ist die wichtigste und spezifischste Lernform kleiner Kinder und grenzt das Lernen im Kindergarten vom schulischen Lernen deutlich ab. Ab dem Kleinkindalter gehört das Rollenspiel zum üblichen Spielverhalten. Meist werden Situationen aus dem Alltagsleben, z.B. Klassiker, wie „Mutter-Vater-Kind“ oder Szenen aus Büchern/ Filmen nachgespielt, ergänzt oder neu erfunden. Teilweise thematisieren Kinder auch Situationen, die sie gerade besonders beschäftigen (z.B. Arztbesuche, Krankenhaus, etc.).

Außerdem machen die Kinder wichtige Erfahrungen und sie können im Rollenspiel u.a.

  • Soziales Miteinander einüben
  • Kontakte zu anderen Kindern knüpfen
  • Konfliktsituationen spielerisch lösen
  • Gefühle äußern
  • sich in andere hineinfühlen
  • nachspielen, was sie bewegt
  • Fantasie und Kreativität ausleben
  • Sprache und Wortschatz erwerben

Wo findet bei uns in der Kita Rollenspiel statt?

Rollenspielsituationen sind in unseren Alltag integriert, wie z.B. im Konstruktionsbereich, in der Turnhalle, während der Morgenkreise oder auch auf dem Außengelände.

Doch ganz gezielt bieten wir den Kindern durch einen eigenen Rollenspielbereich eine Rückzugsmöglichkeit, um lustvoll in andere Rollen zu schlüpfen, fantasievoll in unterschiedliche Welten abzutauchen und um verschiedene Lebenssituationen nachzuspielen. In diesem separaten Raum finden die Kinder vielfältige Spiel- und Verkleidungsmaterialien, eine klassische Puppenecke und vieles mehr. Abwechselnd eingesetzte Spielmaterialien bieten immer wieder neue Möglichkeiten für unterschiedliche Spielthemen.

Das Spielen der Kinder ist hierbei immer als eine selbstbestimmte Tätigkeit zu sehen. Sie benötigen den Freiraum zum Spielen, was bedeutet, freie Wahl- und Entscheidungsmöglichkeit darüber zu haben, mit wem, wann und was sie spielen.

In diesem Sinne möchten wir den Kindern Zeit, Raum, Freiheit und Vertrauen bieten, um ihre eigenen Ideen umsetzen zu können und um sich in unterschiedliche Rollen zu begeben, in denen sie kommunizieren, ihre Fähigkeiten testen und sich ganzheitlich weiter entwickeln.

Bildungsbereich Sprache

Spracherziehung

Fast alle Erziehungsprozesse erfolgen über die Sprache. So ist das sprachliche Vorbild der Bezugspersonen von großer Bedeutung. Wir nehmen uns viel Zeit für das Gespräch mit den Kindern und hören ihren Äußerungen, Fragen und Erzählungen aufmerksam zu.

Im Tagesablauf schaffen wir Gelegenheiten zum Sprechen, damit sich die Kinder Wörter, Begriffe und Satzstrukturen aneignen können. Das geschieht hauptsächlich bei Rollenspielen, im Freispiel, beim Erzählen von Märchen und Geschichten, beim Reimen, beim gemeinsamen Singen, beim Betrachten von Bilderbüchern, einfachen Experimenten, gemeinsamen Gesprächen und vielen anderen Unternehmungen. Das Kind wird angeregt, das Gehörte, das Gesehene und Erlebte wiederzugeben. Selbstbewusstes Auftreten im Stuhlkreis und in einer größeren Gruppe sowie freies Sprechen und die freie Meinungsäußerung, sich durchsetzen oder anpassen können sind Lernprozesse, die auch schon im Kindergartenalter gelernt sein wollen.

Die Kinder haben Freude am Spiel mit der Sprache. Durch unsere Wortwerkstatt soll dieses unterstützt werden. Hier haben die Kinder die Möglichkeit, Geschichten selbst zu erfinden, sich zu einer Geschichte zu bewegen, eigene Ideen und Lösungsmöglichkeiten mit ein zu bringen, Geräusche zu produzieren, sich selbst einmal über einen Kassettenrecorder zu hören oder auch ein eigenes kleines Bilderbuch zu erstellen. Dadurch soll bei den Kindern das Interesse für Buchstaben, Geschichten und Büchern geweckt werden.

Bildungsbereich Bewegung

Bewegung ist ein Grundbedürfnis der Kinder. Über Bewegung setzt sich das Kind aktiv mit seiner Umwelt auseinander. Sie ermöglicht dem Kind, die Welt mit allen Sinnen wahrzunehmen, zu erkunden und zu erfassen und somit Erfahrungen zu sammeln. Ausreichende Bewegung ist eine wichtige Voraussetzung für eine gesunde Entwicklung des Kindes. Vielfältige Bewegungsmöglichkeiten und ein bewegungsfreudiges Umfeld fördern die kindlichen Entwicklungs- und Bildungsprozesse.

Durch das Konzept der „offenen Arbeit“ können die Kinder ihrem natürlichen Bewegungsdrang nachgehen, in dem ihnen die Funktionsräume zur Verfügung stehen. Das bewegungsintensive Freispiel in den Räumen unterstützt die emotionale, soziale, geistige und körperliche Entwicklung des Kindes.

Der Tagesablauf in unserer Kita schafft regelmäßig Freiraum für lustvolle Bewegungserfahrungen. Die angeleiteten Bewegungsangebote bieten viele Anlässe für die Sprachentwicklung der Kinder und fördern die kindliche Grob- und Feinmotorik. Die Kinder entwickeln ihr Körpergefühl und ihr Körperbewusstsein weiter.

Psychomotorische Übungen sind ein Teil der Angebote. Psychomotorik beinhaltet einen engen Zusammenhang von Wahrnehmen, Erleben und Handeln.

Das naturnahe und abwechslungsreiche Außengelände ermöglicht den Kindern ein hohes Maß an Bewegungserfahrungen. Die natürliche Bewegungsfreude und Bewegungsfähigkeit der Kinder wird unterstützt und gefördert.

Bildungsbereich Religionspädagogik

Jedes Kind ist Gottes einzigartiges, wertvolles, geliebtes Geschöpf, von dem Gott will, dass es so angenommen wird, wie es ist.

Unser Menschenbild ist geprägt von unserem christlichen Glauben. Die Fragen nach Gott sind durch die Menschheitsgeschichte hindurch beständig geblieben und werden auch weiterhin Bestand haben. Es sind Fragen nach dem Leben, nach Angst und Vertrauen, nach Nähe und Distanz, nach Ablehnung und Anerkennung, nach Streit und Versöhnung.

Gerade Kinder fragen und forschen nach Gott in ihrem Leben, suchen und entdecken Antworten, denken sie weiter und machen sie zu neuen Fragen. In diesem Sinne sind Kinder Theologen und als solche ernst zu nehmen.

Unser Kindergartenalltag ist bestimmt durch die religiöse Thematik. Der religionspädagogische Bereich umfasst neben biblischen Geschichten auch religiöse Lieder, Gebete, Mitgestaltung von Gottesdiensten und das Feiern von Festen wie Erntedank, Weihnachten und Ostern.

Die Schulanfänger unserer Einrichtung feiern einmal im Monat mit der für uns zuständigen Pastorin einen Kindergartengottesdienst zu unterschiedlichen themenbezogenen biblischen Geschichten. Erinnern, staunen, loben, klagen, die Not vor Gott auspacken, bitten, sich freuen und Gott wahrnehmen….dies steht dabei im Vordergrund und geschieht mit Worten, Klängen und Gesten.

Religionspädagogik bedeutet zudem in unserer Einrichtung vor allem das Vorleben der Nächstenliebe und Gemeinschaft, in einer Atmosphäre von Vertrauen und Geborgenheit. In der alltäglichen Praxis bedeutet das u.a.:

  • Toleranz gegenüber anderer Meinung
  • Ein Miteinander erfahren (Sozialverhalten)
  • Das Vermitteln und der Umgang mit Werten, wie z.B. Respekt, Mitgefühl, Dankbarkeit, Fairness, etc.
  • Kinder werden als Individuen wahrgenommen und geschätzt
  • Ängste und Sorgen der Kinder werden vertraulich behandelt

Im täglichen Miteinander wird die Annahme eines jeden Menschen deutlich. Glaubenserfahrungen und christliche Traditionen werden weitergegeben.

Bildungsbereich Musikerziehung

„Es gibt Bereiche der Seele, die nur durch Musik beleuchtet werden“ (Zoltan Kodaly)

Musik spielt in unserem Leben eine wichtige Rolle. Klänge, Geräusche und Rhythmen umgeben uns selbstverständlich. Kinder werden durch Musik ganz unmittelbar angesprochen. Sie weckt Lebensfreude und Neugier.

Mit ihrem Facettenreichtum ist Musik ein ideales Mittel, um sowohl pädagogische Inhalte zu transportieren, als auch auf breiter Ebene musikalische Fähigkeiten zu wecken und eine Beziehung zur Musik aufzubauen.

Sich mit Musik zu beschäftigen heißt….    

  • Seine eigene Stimme zu erleben
  • Soziale Erfahrungen in der Gruppe zu sammeln und ein Miteinander zu erfahren
  • Das Selbstwertgefühl zu stärken
  • Kreativität und Fantasie zu entwickeln und zu erweitern
  • Konzentration und Reaktion zu unterstützen
  • Den eigenen Sprach- und Wortschatz zu erweitern
  • … einfach nur Spaß haben!

Musik kann auf vielfältige Art und Weise die kindliche Persönlichkeitsentwicklung positiv beeinflussen
In Kleingruppen/bzw. im täglichen Morgenkreis haben die Kinder die Möglichkeit, Musik mit allen Sinnen zu erleben. Dazu gehört:

  • Das Kennenlernen von Liedern und Fingerspielen
  • Musik nicht nur als klangliches, sondern als körperlich erfahrbares Ereignis umsetzen. Dabei gilt der Körper als wichtigstes Instrument, um Lieder zu begleiten, wie z.B. durch Stampfen, Klatschen, etc.
  • Das Bauen von Instrumenten
  • Orff- Instrumente kennenlernen, mit ihnen experimentieren und als Liedbegleitung einsetzen
  • Klang- und Bewegungsgeschichten umsetzen
  • Spielerisch Themen wie Rhythmik, Klang und Tempo erarbeiten

Musik kann uns tief berühren und eine Vielfalt an Gefühlen findet dabei ihren Ausdruck. Selbst Gefühle wie Freude, Liebe, Glück, aber auch Wut und Trauer können musikalisch umgesetzt werden.

In diesem Sinn lohnt es sich, sich spielerisch auf kleine und große Musik-„Erlebnisse“ einzulassen.

Bildungsbereich Natur erleben und erfahren

Kinder lassen sich von ihrer Wissbegierde und ihrem Ideenreichtum leiten, wenn sie sich die Welt erklären. Sie nutzen ihre Kenntnisse und Fähigkeiten, um ihre Umwelt zu erkunden und zu erforschen. Kleinen Kindern erschließt sich die Natur durch Sammeln, Beobachten und Ausprobieren. Sie nähern sich der natürlichen Umwelt auf emotionalem Weg, empfinden Lust, Angst, Mut, Staunen oder Neugier, aber niemals Langeweile! Bewegung und Bewegungsspiele im Freien dienen dazu, die eigenen Fähigkeiten auszuprobieren und zu trainieren (balancieren, klettern, usw.)

Im September 2001 haben viele unermüdliche Eltern und das Kita-Team, unter Anleitung der Mitarbeiter der Ideenwerkstatt Lebens(t)raum, unser Außengelände naturnah umgestaltet. In unzähligen Einzelschritten wurden für die Kinder viele kleine Erlebniswelten geschaffen. Die Kinder gehen auf unserem Außengelände auf Entdeckungsreise. Sie beobachten die Veränderungen in der Natur im Jahreswechsel, entdecken kleine Tiere mit Lupen und finden kleine Schätze, wie Steine, Kastanien, Zapfen, usw.

In den wöchentlichen Angeboten erleben die Kinder spielerisch die Vielfalt der Natur. Sie beobachten und experimentieren und so entsteht ein ganzheitlicher Bezug zur Natur.

Ein bis zweimal im Jahr bieten wir den Kindern im Alter von 4 - 6 Jahren eine Waldwoche an. Im Wald haben die Kinder viele Möglichkeiten, den Lebensraum zu erforschen und zu entdecken.

Durch diese Vielzahl an Erlebnissen und Erfahrungen wird die Natur zu einem festen Beziehungsraum der Kinder.

Bildungsbereich Naturwissenschaften

Kinder sind von Geburt an kleine Forscher. Sie erleben ihre Umwelt mit alle Sinnen, nur so können sie alles begreifen. Wenn Kinder experimentieren, sind sinnliche Erfahrungen unmittelbar gegeben. Sie erfassen die chemischen und physischen Prozesse durch Sehen, Riechen, Schmecken, Hören und Anfassen immer in Verbindung mit eigenaktivem Handeln. Hierbei müssen Denkprozesse und Eindrücke erfasst, geordnet und mit dem bisherigen Wissen verknüpft werden. Diese Entdeckungsfreude der Kinder und das Interesse an naturwissenschaftlichen Phänomenen wollen wir aufgreifen und unterstützen.

Die Kinder bekommen die Möglichkeit, spielerisch ihren Neigungen, Interessen und Begabungen nachzugehen. Hierbei sehen wir uns als aktive Begleiter. Ein Experiment kann nicht falsch, sondern nur anders als erwartet ausfallen. Wöchentliche Angebote (Projekte) mit aufbauender Thematik im Naturwissenschaftlichen Bereich sind zu einem festen Bestanteil in unserer Einrichtung geworden. Bei den Experimenten entwickeln die Kinder vielfältige Lern-, Sprach- und Sozialkompetenzen sowie feinmotorische Fähigkeiten.

Die Begeisterung am Experimentieren und das Leuchten in den Augen der Kinder inspirieren uns sehr. Wir freuen uns schon auf die nächsten spannenden Versuche.

Bildungsbereich Kreatives Gestalten/Werkschaffender Bereich

Beim kreativen Gestalten steht der Umgang mit nicht vorgefertigtem Material im Vordergrund. Durch spielerisches Gestalten wollen wir die Ausdrucksmöglichkeiten des Kindes fördern und seine schöpferischen Fähigkeiten entfalten.

Die Kinder sollen mit Freude und Vergnügen tätig werden. Wir ermuntern die Kinder zum Entwickeln eigener Ideen, indem wir ihnen eine Vielfalt an Materialien zur Verfügung stellen. Die Materialien sollen veränder- und verformbar sein, um Raum für Entdeckungen zuzulassen und um den Kindern ein geistiges und emotionales Erleben zu ermöglichen.

Im Atelier
Eine eigenständige Bildsprache entwickelt sich, wenn das Kind behutsam begleitet wird und sich bedingungslos angenommen fühlt. Das freie und selbstständige Malen und Zeichnen ist eine Selbstverständlichkeit in unserem Kindergartenalltag. Arbeiten und Zeichnungen aller Kinder werden in unseren Räumen und an den Wänden ausgestellt. Mit ihren Arbeiten bringen die Kinder ihre Gedanken über sich und ihre Umwelt zum Ausdruck.

Bildungsbereich Wahrnehmungs- und Sinneserfahrungen

Für eine gesunde kindliche Entwicklung ist es eine wesentliche Grundlage, bewusst Wahrnehmungs- und Sinneserfahrungen zu erleben. Von ihrem ersten Lebenstag an sind die Kinder aktiv und wollen die Umwelt erkunden. Die Kinder lernen vor allem über die (Sinnes)-Wahrnehmungen und motorischen Handlungen (Bewegung). Ihre Erfahrungen und ihr neues Wissen werden im Gedächtnis gespeichert.

Damit die Kinder innere Bilder aufbauen können, brauchen sie den konkreten Umgang mit den Dingen. Die Umgebung und die Dinge wollen Kinder nicht nur ansehen, sondern anfassen und berühren. Das Greifen ist immer ein Be-greifen.

Leider sind die Erfahrungsspielräume der Kinder durch veränderte Lebensbedingungen eingeengt. Passives Tun steht häufig vor aktivem Tun. Der Medienkonsum nimmt zu und die Kinder benutzen technisches und elektronisches Spielzeug. Die Umwelt der Kinder ist reizintensiv und sensationsreich. Die Vielzahl der Reize können die Kinder kaum verarbeiten. Bewegungsunruhe, Nervosität und Konzentrationsmangel sind die Folge.

Deshalb ist es uns wichtig, dass die Kinder ausreichend Wahrnehmungs- und Sinneserfahrungen durch eigenes Erproben, Experimentieren und Erleben machen können. Die Sensibilisierung der Sinne ist ein großes Ziel der Wahrnehmungs- und Sinnesförderung.

In Spielsituationen wird dieses spielerisch und alltagsnah unterstützt. Ein vielfältiges Material- und Bewegungsangebot (Außengelände, Spaziergänge, Waldwochen, Turnhalle) stehen den Kindern zur Verfügung. Die Ausstattung der Räumlichkeiten in der Kita laden zu verschiedenen sinnlichen Erfahrungen ein.

So können die Kinder z.B. im Ruheraum bei leiser Musik, Lichteffekten, einer Hängematte, verschiedenen Spiegeln oder einer Massage mit dem Igelball „entspannen“.

Auch bei angeleiteten Angeboten bekommen die Kinder die Möglichkeit, in Kleingruppen von etwa vier Kindern, bei vielfältigen Wahrnehmungsspielen innerlich zur Ruhe zu finden und sich zu konzentrieren.

Nach Absprache hat die Kita die Möglichkeit, mit einer Kleingruppe die Snoezelenräume des Medizinisch-Psychologisch-Therapeutischen Bereichs (MPTB) der Stiftung Eben - Ezer zu nutzen. In ganz spezifischer Weise werden dort alle Sinne in einer stimmungsvollen Atmosphäre (gedämpftes Licht, leise Hintergrundmusik) angesprochen. Dieses vermittelt Entspannung und Wohlbefinden.

Integration/Inklusion

Integration ist die Voraussetzung für ein gleichberechtigtes Miteinander von Menschen mit und ohne Behinderung.

Jeder Mensch hat das Recht, innerhalb seiner Gemeinschaft alle seine Fähigkeiten so entwickeln zu können, dass es ihm auch später möglich ist, sozial integriert und nicht am Rande dieser Gesellschaft zu leben.

Ziel der Integrationsarbeit ist es, dass alle Kinder gemeinsam aufwachsen können. Normalität bedeutet, dass Kinder mit und ohne Behinderung gemeinsam spielen, lernen und leben.

Unter Integration in Kindertageseinrichtungen wird das Betreuen, Bilden und Erziehen ausnahmslos aller Kinder verstanden. Es weckt die Aufmerksamkeit füreinander, verstärkt das gegenseitige Einfühlungsvermögen und fördert Toleranz.

Betreuen meint, Lebens- und Spielräume so zu gestalten, dass Kinder sich emotional sicher, geborgen und so wie sie sind angenommen fühlen können.

Bilden und Erziehen heißt, allen Kindern die Möglichkeit zu geben, ihrem eigenen Rhythmus entsprechend zu wachsen und sich zu entwickeln.

In einem Miteinander, in dem Anderssein Normalität ist, kann jedes Kind erfahren, dass es wichtig ist und wertgeschätzt wird.

Grundlage jedes pädagogischen Handelns ist genaues Beobachten und Wahrnehmen des einzelnen Kindes sowie der Gruppe, um dort ansetzen zu können, wo die Fähigkeiten und Bedürfnisse liegen. Im Mittelpunkt steht der individuelle Bedarf aller Kinder. Ziel ist auch für uns…eine Kita für alle - Inklusion!

In unserer Einrichtung wird die Integrationsarbeit durch den motopädischen und psychotherapeutischen Fachdienst der Stiftung Eben-Ezer unterstützt.

Der motopädische Fachdienst in der Kita

Einmal in der Woche ist eine Motopädin vom Fachdienst für Kindertageseinrichtungen (der Stiftung Eben Ezer) in der Einrichtung.

Sie führt psychomotorische Bewegungseinheiten in kleinen Gruppen durch. Hierbei geht es nicht um ein Training von speziellen Fähigkeiten und die Einübung von Bewegungsabläufen, sondern um eine ganzheitliche, entwicklungs- und kindgemäße Förderung. Die Ansatzpunkte der Förderung sind dabei die Stärken, Bedürfnisse, Wünsche und Vorlieben des einzelnen Kindes. Sie beinhaltet präventive und rehabilitative Maßnahmen und wird pädagogisch und therapeutisch angewandt.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Persönlichkeitsentwicklung und Handlungsfähigkeit des Kindes. Besonders Kinder mit Auffälligkeiten wie beispielsweise Entwicklungsverzögerungen im motorischen Bereich, Wahrnehmungsstörungen, unruhige und hyperaktive Kinder spricht die Psychomotorik an. Sie ist auch eine gezielte Förderung für ängstliche und gehemmte Kinder, für Kinder, deren Entwicklung durch bestimmte Krankheiten beeinträchtigt wird, und für Kinder mit auffälligem Sozialverhalten.

Die Motopädie stärkt Kinder in ihrer Gesamtpersönlichkeit. Sie stärkt die Ich-, Sach- und Sozialkompetenz und fördert so die daraus hervorgehende Handlungskompetenz. Durch ihren positiven Ansatz und die vielfältigen Möglichkeiten der Anwendung von Groß-und Kleingeräten, Alltagsmaterialien, Farben, Musikinstrumenten, Sand... können die Kinder sich selbst finden und ihre Persönlichkeit und ihr Selbstvertrauen entwickeln.

Die Motopädin steht auch Eltern und Erzieherinnen beratend zur Seite und kann an Elterngesprächen teilnehmen.