Lebensbegleitung

Die Basis aller pädagogischen Arbeit ist die vertrauensvolle Beziehung zwischen Mitarbeitern und Bewohnern. Wertschätzung, Annahme und Echtheit in der Begegnung sind wichtig für alle förderlichen Prozesse in den Aufgaben der Lebensbegleitung. Die Betreuungsplanung ist an der Person des behinderten Menschen zu orientieren, mit ihm zu besprechen und perspektivisch zu entwickeln. Das Streben nach Selbstentfaltung und Autonomie wie auch vorhandene Entwicklungsbeeinträchtigungen müssen entsprechende Berücksichtigung finden.

Der Bewohner muss ein Lebensmilieu erleben, das anregend und fördernd wirkt und die Teilhabe an gesellschaftlichen Vollzügen ermöglicht. Die von ihm gewünschte Welterschließung kann nur gelingen, wenn eine Teilnahme bis in die Teilbereiche des Alltags erschlossen wird und er im Umgang mit den sich bietenden Situationen sukzessive Selbstbewusstsein, Persönlichkeits-, Sozial- und Sachkompetenz entwickeln kann. Die Mitarbeiter müssen dafür sorgen, dass den Heimbewohnern in einem natürlichen, alltäglichen Lebensraum Gelegenheit gegeben wird, elementare Erfahrungen zu sammeln, die ein entwicklungsgemäßes Lernen beinhalten und auf ein Vertrautwerden mit den Lebensvorgängen abzielen. Die Förderung ist nicht an Defiziten zu orientieren, sondern muss die Persönlichkeit, das Sosein und die individuelle Interessenlage des Bewohners berücksichtigen.

Die meisten Bewohner gehen einer Tätigkeit in der Werkstatt für Menschen mit Behinderungen, in den Servicebetrieben oder im Bereich der Hauswirtschaft nach. Zwischen den Arbeits- und Wohnbereichen besteht eine enge Zusammenarbeit mit dem Ziel des Informationsaustausches, der Abstimmung sowie der notwendigen Kooperation im Hinblick auf eine ganzheitliche Förderung. Eine Integration von Bewohner in den öffentlichen Arbeitsmarkt gestaltet sich schwierig, ist aber in Einzelfällen möglich.

Eine fortlaufende Dokumentation der pädagogisch-pflegerischen Arbeit und regelmäßige Gespräche zur Betreuungsplanung gehören zu den Anforderungen an die Gruppenmitarbeiter. Die Ergebnisse werden gemeinsam reflektiert, um eine Basis für die weiterführende Förderung zu schaffen.

Eine intensive Arbeit mit Angehörigen und Betreuern wird seitens der Häuser und Fachdienste, vor allem über informelle Kontakte und spezielle Angehörigentage, geleistet. Um den Freundes- und Interessentenkreis des jeweiligen Hauses Anteil am dortigen Geschehen nehmen zu lassen, werden hausbezogene Informationszeitschriften regelmäßig verschickt. Die Häuser haben zu Kirchengemeinden, örtlichen Vereinen und Privatpersonen Kontakte aufgebaut mit dem Ziel einer Integration der Bewohner. Dies bedarf einer sensiblen Begleitung, um den auftretenden Schwierigkeiten kompetent begegnen zu können und das Gelingen zu sichern.