Bethel - Beschäftigtem gelingt der Sprung auf den ersten Arbeitsmarkt
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Beschäftigtem gelingt der Sprung auf den ersten Arbeitsmarkt

David gelingt der Einstieg in den ersten Arbeitsmarkt
Der Berufsweg von David Hanheide ist ein Musterbeispiel dafür, wie ein Wechsel von einer Werkstatt für Menschen mit Behinderungen auf den ersten Arbeitsmarkt gelingen kann. Mit Unterstützung von Jobcoach und Übergangsassistent Kay-Uwe Jung hat er den Sprung vom Berufsbildungsbereich bei eeWerk in die Telefonzentrale und den Empfangsbereich vom Landesverband Lippe im Schloss Brake in Lemgo geschafft. Seit rund viereinhalb Jahren ist er dort tätig und bekommt in Kürze seinen ersten richtigen Arbeitsvertrag. Stichtag ist der 16. Juni. „Wir haben uns Zeit gelassen mit der Einarbeitung, weil wir ihn nicht überfordern wollten. Aber David hat sich richtig reingekniet und wurde immer besser. Wir sind richtig froh, dass wir ihn im Team haben. Er ist hilfsbereit und freundlich – eine echte Bereicherung!“, lobt sein Kollege Manfred Löher.
Altehrwürdige Einrichtung in Lippe
Der Landesverband ist seit mehr als 75 Jahren in den Bereichen Kulturarbeit, Forst- und Immobilienarbeit aktiv. Im Schloss Brake, das auch das Weserrenaissance-Museum beherbergt, arbeiten rund fünfzig Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Eine davon ist Marion Berning, die Assistentin von Verbandsvorsteher Jörg Düning-Gast. Mit ihr ist die Zusammenarbeit besonders eng, was die Vermittlung von eingehenden Anrufen angeht. „Wir vertreten uns gegenseitig“, sagt David Hanheide stolz. Der Verbandsvorsteher war es auch, der sich dafür eingesetzt hat, einen Arbeitsplatz für Menschen mit Einschränkungen in seinem Haus einzurichten. Nach seinem Amtsantritt im April 2020 führte ihn ein Kennenlernbesuch in die Stiftung Eben-Ezer, den größten Arbeitgeber in der Region. Er war beeindruckt von der Arbeit, die in der diakonischen Einrichtung geleistet wird und die Idee, einem Menschen mit Behinderung den Einstieg auf den ersten Arbeitsmarkt zu ermöglichen, war geboren. Von da an nahm Kay-Uwe Jung die Sache in die Hand. Der Jobcoach ist auf die Begleitung von Menschen von eeWerk in Unternehmen der freien Wirtschaft spezialisiert und hat zahlreiche „Treffer“ vorzuweisen.
Telefonzentrale ist erste Visitenkarte eines Unternehmens
Für David hat er beispielsweise ein Telefontraining organisiert, das ihn fit für die Annahme von Gesprächen und die Beantwortung von ersten Fragen machte. „Das wurde sogar vom Arbeitgeber bezahlt, ein großer Vertrauensbeweis“, bemerkt Kay-Uwe Jung anerkennend. Eine gute Investition. Fungiert die Telefonzentrale doch als erste Visitenkarte eines Unternehmens.
Diagnose: frühkindlicher Autismus
Bei David Hanheide wurde frühkindlicher Autismus festgestellt. Der 24-Jährige wohnt im Haus seiner Eltern im Lemgoer Ortsteil Leese und fährt die sieben Kilometer bis zu seinem Arbeitsplatz jeden Tag mit seinem E-Bike. Nach dem Hauptschulabschluss trat er bei eeWerk ein, allerdings mit dem Ziel, dort nicht dauerhaft zu bleiben. „Ich habe großes Glück gehabt, dass ich jetzt hier bin und fühle mich sehr wohl“, sagt er und strahlt.
Vielfältige Aufgaben
Seine Aufgaben sind sehr vielfältig. Neben der Betreuung der Telefonzentrale ist das die Bewirtung bei Sitzungen in den Räumlichkeiten des Schlosses mit Kaffee, Kaltgetränken und Gebäck, die Organisation des Postein- und Ausgangs und die Vorbereitung der Räumlichkeiten für Trauungen. „Schloss Brake bietet eine schöne Kulisse für standesamtliche Trauungen. Allein am 6.6.2026 hatten wir zehn Paare, die sich hier das Ja-Wort gegeben haben“, berichtet Manfred Löhr. Demnächst kommt noch die Verwaltung des Materialschranks und die Digitalisierung des Archivs mit dem Scanner zu seinen Aufgaben hinzu. „Wir sind sicher, dass er das genauso gut meistern wird wie seine bisherigen Aufgaben“, sagt Manfred Löher anerkennend.