Elfriede wurde in Eschen, Kreis Altena, geboren. Ihre Eltern waren Otto und Ida S.. Zur Familie, die in ärmlichsten Verhältnissen lebte, gehörten acht Kinder. Bei Elfriede, die vier Klassen an einer Volksschule besuchte, traten im Alter von neun Jahren „erstmalig Krämpfe“ auf, die „hysterischer, nicht epileptischer Natur“ waren. Auf Veranlassung des Oberpräsidenten der Provinz Westfalen wurde sie am 22. März 1929 mit der Diagnose „Psychopathie mit Debilität und hysterischen Anfällen“ aufgenommen. Dort besuchte sie bis zum 19. Oktober 1931 die Hilfsschule und anschließend die Fortbildungsklasse. Zunächst wurde sie in der Waschküche beschäftigt und wechselte dann als Pflegling in die Familie des landwirtschaftlichen Verwalters der Anstalt., wo sie „durchaus zur Zufriedenheit“ arbeitete. In den Stationsberichten wurde immer wieder Elfriedes „mangelnder Gehorsam“ beklagt, sie sei „unfolgsam, frech“ gewesen und habe „“Widerworte“ gegeben. Am 17. August 1934 stellte Anstaltsleiter Diehl den Antrag auf Elfriedes Unfruchtbarmachung beim Erbgesundheitsgericht Detmold. Im Begleitbericht diagnostizierte Anstaltsarzt Dr. Fiebig eine „familiäre, erblich bedingte Schwachsinnsform.“ Das Gericht tagte am 20. September 1934 und beschloss die Sterilisierung. Am 9. November 1934 erfolgte die Operation im Lemgoer Krankenhaus Wolff‘sche Stiftung. Am 1. September 1936 kam Elfriede in Familienpflege zur Familie eines Lehrers in Lemgo. Der Oberpräsident der Provinz Westfalen verfügte am 31. März 1937 ihre Entlassung aus der Anstaltspflege und sie zog zu einer Schwester nach Werdohl.
Quelle: AEE. Bestand Bewohnerakten, Nr. 346.