Wir über uns

Die Teilhabe am Leben in seiner Vielfalt bedeutet auch für Menschen mit besonderen Bedürfnissen, anerkannt zu werden und teilnehmen zu können am Leben in der Gemeinschaft. Freizeitaktivitäten, kulturelle Veranstaltungen und christlich-spirituelles Erleben pflegen das Miteinander von Menschen mit und ohne Behinderungen.

Seit ihrer Gründung im Jahr 1862 nimmt die Stiftung Eben-Ezer ihre diakonische Aufgabe in der Gemeinschaft mit der evangelischen Kirche und im ökumenischen Sinne mit allen christlichen Kirchen wahr. Darüber hinaus sieht sie sich partnerschaftlich verbunden mit allen sozialen Diensten, die sich für das Wohl von Benachteiligten und für soziale Gerechtigkeit einsetzen.

Unsere Ziele, Grundsätze und die genaue Beschreibung unserer Arbeit können Sie in unserem Leitbild nachlesen:

Leitsätze

1. Die Bestimmung des Menschen

Jeder Mensch ist darauf angewiesen, dass er aufmerksame Begleitung, Unterstützung in Hilfsbedürftigkeit, Respekt vor seiner Würde, Wertschätzung seiner Fähigkeiten und Annahme in seinen Schwächen erfährt. Kein Mensch darf von seinen Defiziten her definiert werden. Gott hat ihn geschaffen und ihm eine Bestimmung gegeben, auf die jeder hin angesehen sein soll.

2. "Eben-Ezer" - Bekenntnis zur Hilfe Gottes

Im Namen "Eben-Ezer", d. h. "Stein der Hilfe", wird an die biblische Begründung der diakonischen Arbeit in der Stiftung Eben-Ezer erinnert. Der christliche Glaube bekennt, dass Menschen durch Gottes Wirken die entscheidenden Hilfen zum Leben erhalten.

3. Die Diakonie der Kirche - Zeugnis von der Liebe Jesu Christi

Das Bekenntnis zu Gott, der uns unser Leben gibt und erhält, wird im helfenden Handeln der Kirche konkret. Diakonie (wörtlich: Dienst) ist Zeugnis von der rettenden Liebe Gottes, die durch Jesus Christus jedem Menschen gilt. Diakonie ist unverzichtbare Wesensäußerung der Kirche.

4. Der diakonische Auftrag der Stiftung Eben-Ezer

Die Stiftung Eben-Ezer nimmt an der Erfüllung dieses diakonischen Auftrages im Raum der Evangelischen Kirche und in der ökumenischen Gemeinschaft der christlichen Kirchen und Gemeinden teil. Sie ist denen partnerschaftlich verbunden, die in anderen sozialen Diensten für das Wohl der Benachteiligten und für soziale Gerechtigkeit arbeiten. Schwerpunktmäßig dient die Stiftung Eben-Ezer Menschen mit geistiger Behinderung, die auf helfende Begleitung angewiesen sind.

5. Leben in Vielfalt

Die volle Teilhabe am Leben in seiner Vielfalt für diejenigen, die auf besondere Hilfen angewiesen sind, ist ein zentrales Anliegen diakonischen Handelns. Darin bewährt sich die Menschlichkeit eines Gemeinwesens, dass die Schwächeren nicht in ihrer Lebensentfaltung gehindert werden und keine Ausgrenzung erfahren. Die Dienste der Stiftung Eben-Ezer tragen dazu bei, dass das Grundrecht eingelöst wird: "Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden" (GG Artikel 3).

6. Kulturelle Bereicherung

Wenn wir den Auftrag zur Förderung, Pflege und Begleitung von Menschen mit geistiger Behinderung erfüllen, dann ist darin eingeschlossen das Schaffen von Raum für Lebensfreude und Sinnerfüllung im Geist des Evangeliums. Eben-Ezer ist darum als soziale Einrichtung auch Kulturträger im Gemeinwesen.

7. Sinnstiftende Partnerschaft als Grundlage für die Arbeit im Sozialberuf

Das traditionell vorgegebene und immer noch wirksame Bild von "gebenden Begleitern" und "nehmenden Betreuten" hat sich als unzureichend, ja als falsch erwiesen. Der Alltag unserer Arbeit ist tatsächlich bestimmt von gegenseitigem Geben und Nehmen. Die Mitarbeiter setzen ihre Kräfte und Fähigkeiten je in ihrem Berufsfeld für die gemeinsame Aufgabe ein. Die Zusammenarbeit soll so gestaltet sein, dass die Anforderungen an den einzelnen nicht über das Leistbare hinausgehen und jeder in der Mitarbeit eine verlässliche Grundlage für seine berufliche Existenz finden kann.

Die berufliche Arbeit in der Diakonie eröffnet den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Möglichkeiten zur sinnstiftenden Bereicherung des eigenen Lebens. Es bildet eine tragfähige Grundlage, wenn wir die beruflichen Aufgaben in der diakonischen Einrichtung in einem partnerschaftlichen Geist erfüllen.

8. Konstruktive Zusammenarbeit im Geist des guten Willens

Der christliche Glaube bekennt, dass Jesus Christus Gottes Zuspruch der Vergebung aller unserer Sünden ist. Dieser Glaube widerspricht der Überheblichkeit und der Anmaßung. Als Menschen, die sich einsetzen in der Diakonie der Kirche, haben wir zu rechnen mit der Unvollkommenheit unseres Tuns, mit unserer Schuldverflochtenheit und unserem Versagen.

Das Bekenntnis zu Jesus Christus verpflichtet uns dazu, Verständnis füreinander aufzubringen in unserer Unterschiedlichkeit, im Geist der Vergebung und des guten Willens miteinander zu leben und in unserer Zusammenarbeit Rücksicht aufeinander zu üben. Es gilt, auch in Konflikten an konstruktiven Lösungen zu arbeiten, die den Belangen der Beteiligten und den uns gestellten Aufgaben gerecht werden.

9. Diakonische Ausrichtung und Gestaltung der Organisation

Diakonische Ausrichtung und berufliche Professionalität greifen in der täglichen Arbeit der Stiftung Eben-Ezer ineinander. Sie bilden keinen Widerspruch. Jedes Unternehmen braucht für seinen Erfolg sowohl eine effektive Gestaltung der Organisation als auch eine Identifikation mit den Unternehmenszielen. Die Stiftung Eben-Ezer ist als diakonisches Unternehmen bei ihren Mitarbeitern auf die fachliche Qualifikation genau so angewiesen wie auf ihre innere Haltungen, die dem Bekenntnis zur Menschenfreundlichkeit Gottes entsprechen.

10. Profil der Leitungsverantwortung

Auf allen Handlungsebenen ist Leitungsverantwortung auf vereinbarte inhaltliche Ziele und Aufgaben bezogen, die sich am diakonischen Auftrag der Einrichtung orientieren. Zum Profil von Leitung gehört eine größtmögliche Übereinstimmung von Verantwortung, Befugnissen und Befähigungen. Keiner kann seine Aufgabe ausschließlich als Weisungsempfänger wahrnehmen, jeder ist im Rahmen einer überschaubaren Aufgabenstellung in eine eigene Verantwortung gestellt. Es gilt darum, bis in alle Verzweigungen unserer Arbeitsbereiche hinein gemeinsam mit den Beteiligten eine verlässliche Festlegung der Aufgabenstellungen, Verantwortlichkeiten und Zuständigkeiten vorzunehmen.